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Chronik

Die Gemeinde Fessenbach entstand durch Klosterrodung auf grundherrlichem Boden.  Der Name Fessenbach wird erstmals in der Schlichtungsurkunde vom 3. April 1242 des Bischofs von Straßburg, Berthold von Teck, erwähnt. In dieser Urkunde ging es um einen Streit zwischen dem Pfarrrektor von Offenburg und dem Kloster Gengenbach um die Zehntrechte zu schlichten. Nicht eine Siedlung Fessenbach, sondern der  gleichnamige Bach und die daran angrenzende Allmend werden in (der Grenzbeschreibung) dieser Urkunde erwähnt. Dennoch kann davon ausgegangen werden, dass bereits zu diesem Zeitpunkt eine Winzerkolonie bestand. Da der Fessenbach die heutige Gemarkung nach Süden hin gegen Ortenberg begrenzt und es keine Anhaltspunkte für eine Abtrennung Zeller Gemarkungsteile zu einem späteren Zeitpunkt gibt, kann von der Existenz eines losen Weilers Fessenbach ausgegangen werden. Immerhin gehörte die Fessenbacher Gemarkung 1242 zu jenem attraktiven Rebbesitz, der als Wertgegenstand in die Vergleichsurkunde einging. Noch in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts beschrieb  Alfons Staedele das Dorf Fessenbach als „lockere Weilerform“. Die Ortsteile „Ryß“ und „Alpersbach“ wurden zu dieser Zeit erwähnt.  Im Laufe der Jahre änderte sich die Schreibweise des Ortsnamens einige Male – 1242 Vessenbach, 1254 Vesinbach, 1384 und 1401 Vessembach bis sich 1504 die heute noch gültige Schreibweise Fessenbach einbürgerte.

 

Bis 1805 gehörte die Gemeinde Fessenbach zur Landvogtei Ortenau und war somit dem Gericht Ortenberg zugeteilt. Durch den Frieden von Preßburg am 30.12.1805 bildete sich der Zeller Stab, welchem die Gemeinden Zell, Riedle,Weierbach,

Oberrammersweier und schließlich auch Fessenbach angehörten. Am 02. September 1809 wurde dieser Stab durch eine Verfügung des Oberamtes Offenburg aufgehoben und erklärte somit Fessenbach zu einer selbständigen Gemeinde, deren

Bürgerliste eine Zahl von 77 Einwohnern zählte.  Das erste amtliche Dokument, welches von der neuen Gemeinde Fessenbach vorliegt, ist die im Jahr 1811 erstellte

Wald- und Gemeinderechnung.  Wie aus dem Protokoll der Gemeinde  vom

Februar 1833 ersichtlich ist, fand hier erstmals eine Gemeindeversammlung, die Wahl eines Gemeinderates, eines Bürgerausschusses und eines Bürgermeisters statt.

Diese  beweist die Entwicklung von Fessenbach zu einer wohlgeordneten kleinen

Gemeinde. Diese mehr und mehr durchstrukturierte Gemeinde erhielt nun auch ihr erstes Rathaus – ein einfaches bescheidenes Haus. In diesem waren auch die Ortsarmen  untergebracht und wurde Farrenhaltung betrieben. Gemeindeschriften,

Bücher und Protokolle bewahrte man in der Gemeindstube Weingarten auf, da der Lehrer und Mesner Joseph Basler  von dort aus die Aufgaben des Ratsschreibers versah.  Dies wurde mit der Zeit „eng und unbequem“ und man erwarb ein Haus

in Fessenbach, das nun Platz für Wachstube, Gefängnis und Ratszimmer bot. Nach einigen Jahren war auch diese Übergangslösung zu eng. 1868 wurde das ortsansässige Armenhaus zum Rathaus umgebaut um mehr Platz zu schaffen.

Im Jahr 1965 wurde die im Jahr 1903 erbaute Schule zum Rathaus umgebaut.

Das alte Rathaus beherbergt heute die Kolpingsfamilie und die Narrenzunft.

Im Hof wurde ein Backhäuschen rekonstruiert.

Mit Ausnahme von Ortenberg kamen durch die Verwaltungsreform in den Jahren

1971 bis 1975 alle Orte, die im Mittelalter zur Offenburger Kirchengemeinde gehörten, wieder zur Stadt Offenburg.

 

 

 

 

       

 

Wie jede andere Gemeinde und Stadt litt auch Fessenbach unter den beiden

Weltkriegen. Nicht nur dass sie gegen starke Zerstörung kämpfen musste, auch hatte sie viele Gefallene zu beklagen. Der Aufbau nach dem Krieg wirkte sich auf allen Gebieten aus, und auch in der kleinsten Gemeinde wurden Aufgaben in Angriff genommen, die durch die wachsende Bevölkerungszahl erforderlich wurden.

Hierzu zählte der Bau einer Gemeindewasserleitung zu Beginn der 50er Jahre. Die bestehenden Genossenschaftsleitungen konnten den Ansprüchen, teilweise hervorgerufen durch den Bau des Winzerkellers und neuer Häuser, nicht mehr gerecht werden. Nach dem Anschluss an das Ortenberger Wassernetz wurde Fessenbach Anfang der 70er Jahre – nach der Eingliederung – an das Offenburger Wassernetz  angeschlossen.

Der Bau der badischen Weinstraße  Ende der 60er Jahre bedeute einen gewaltigen

Einschnitt im Wegenetz; ebenso der spätere Ausbau der Verbindungsstraße nach Offenburg.  Der Strukturwandel des Dorfes vollzog sich in dem Maße, wie die Landwirtschaft die Menschen nicht mehr ernähren konnte. Viele Landwirte führten ihren Betrieb im Nebenerwerb und fanden – aufgrund Nachfrage Offenburger       

Betriebe -  dort eine Beschäftigung. Der ehemals rein landwirtschaftlichen Ort

entwickelte sich mehr und mehr zu einer Wohngemeinde.

 

Weinbau und Landwirtschaft bildeten die Lebensgrundlage der Fessenbacher. Heute wird der Rebbau  von alteingessenen Familien fast ausschließlich im Nebenerwerb betrieben. Der genossenschaftliche Zusammenschluss  im Jahr 1930 – Gründung der Winzergenossenschaft und die Flurbereinigung der  Rebberger bilden heute die Grundlage, auf welcher er arbeitsintensive Weinbau rationell und damit wirtschaftlich betrieben werden kann.

 

Mit der wachsenden Bevölkerungszahl begann auch schließlich das Vereinsleben sich zu entwickeln, und so kann die Gemeinde die Gründung ihres ersten Vereines, des Gesangvereins, im Jahre 1974 verbuchen. Dem folgten dann im Jahre 1907 der Radsportverein, sowie der Musikverein 1933. Inzwischen gibt es  11 Vereine

in Fessenbach.

 

Der Bau des ersten Wirtshauses, der „Traube“  fand im Jahr 1833 statt. Es folgte im Jahr 1865 der „Schwanen“, genannt  „Posthorn“.Anfang des 20.Jahrhunderts entstand das Gasthaus „Linde“, 1959 wurde das Cafe Bergblick eröffnet und im

Jahr 1959 die Weinstube „Schuckshof.

 
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